Olympia Rio
de Janeiro 2016 - Brasilien
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Olympia-Rio Infos Termine für die Olympiade in Rio 2016
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Infos über Rio de JaneiroRio de Janeiro [ˌxiudʒiʒaˈnei̯ɾu] ist nach São Paulo die zweitgrößte Stadt Brasiliens und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Sie liegt an der Guanabara-Bucht im Südosten des Landes. Der Name (portugiesisch für „Fluss des Januars“) entstand, weil Gaspar de Lemos am 1. Januar 1502 die Bucht entdeckte und irrtümlich für die Mündung eines großen Flusses hielt. Im administrativen Stadtgebiet leben rund 6,1 Millionen Menschen (2007).[1] Die Metropolregion hat 11,6 Millionen Einwohner (2007).[2]
Von 1763 bis 1960 war Rio de Janeiro die Hauptstadt Brasiliens und trat danach diese Funktion an Brasília ab, bleibt aber nach São Paulo bedeutendstes Handels- und Finanzzentrum des Landes. Die Bewohner der Stadt nennt man Cariocas, nach einem Wort aus der zum Tupí-Guaraní gehörenden Sprache der Tupinambá, welches „Hütte des weißen Mannes“ bedeutet.
Wahrzeichen von Rio de Janeiro sind der Zuckerhut, die 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado und der Strand des Stadtteils Copacabana, der als einer der berühmtesten der Welt gilt. Die Stadt ist auch bekannt wegen des jährlich stattfindenden Karnevals von Rio. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Paraden der Welt.
2016 werden die olympischen Spiele in Rio stattfinden. Rio setzte sich bei der Wahl am 2. Oktober 2009 gegen Madrid, Tokio und Chicago durch. I Stadtgliederung
Rio de Janeiro gliedert sich in 33 Verwaltungsregionen (Regiões Administrativas). Diese sind statistisch fünf Planungsgebieten (Áreas de Planejamento) zugeordnet. Die Verwaltungsregionen sind:
* Área de Planejamento 1: Centro, Paquetá, Portuária, Rio Comprido, Santa Teresa, São Cristóvão * Área de Planejamento 2: Botafogo, Copacabana, Lagoa, Rocinha, Tijuca, Vila Isabel * Área de Planejamento 3: Anchieta, Complexo do Alemão, Ilha do Governador, Inhaúma, Irajá, Jacarezinho, Madureira, Maré, Méier, Pavuna, Penha, Ramos, Vigário Geral * Área de Planejamento 4: Barra da Tijuca, Cidade de Deus, Jacarepaguá * Área de Planejamento 5: Bangu, Campo Grande, Guaratiba, Realengo, Santa Cruz
Die Verwaltungsregionen unterteilen sich in 159 Stadtviertel (Bairros). Dazu gehören unter anderem: Bento Ribeiro, Cascadura, Catete, Estácio, Flamengo, Gávea, Humaitá, Ipanema, Lapa, Leblon und Urca.
Siehe auch: Verwaltungsregionen der Stadt Rio de Janeiro Blick vom Corcovado über das Zentrum, Botafogo, den Zuckerhut, Copacabana und Ipanema Blick vom Corcovado über das Zentrum, Botafogo, den Zuckerhut, Copacabana und Ipanema Klima
Auf Grund der Lage Rio de Janeiros in den niederen Breiten, am Atlantischen Ozean und an der Guanabara-Bucht ist das Klima der Stadt tropisch mit zwölf humiden Monaten. Es dominiert warmes Klima, das jedoch durch die steten Passatwinde gemildert wird.
Die höchste Temperatur in Rio de Janeiro wurde offiziell am 14. Januar 1984 an der Wetterstation im Stadtteil Bangu mit 43,2 °C gemessen, die tiefste am 19. Juli 1926 an der Wetterstation im Stadtteil Campo dos Afonsos mit 4,8 °C.[4][5]
Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 22,6 °C bei nur geringen monatlichen Abweichungen (Höchsttemperatur im Januar/Februar: 25,5 °C, Tiefsttemperatur im Juli: 20,2 °C) und einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von 1173 Millimetern. Die höchsten Niederschläge fallen in den Monaten Dezember bis April, wenn auf der Südhalbkugel Sommer ist. Der wenigste Niederschlag fällt in den Wintermonaten Juli und August. Die gesellschaftliche Situation Rio de Janeiros ist zum einen geprägt durch die für Brasilien typische große Toleranz zwischen den verschiedenen Ethnien sowie durch den ausgesprochen jungen Altersdurchschnitt (mehr als 25 % der Bevölkerung sind jünger als 18 Jahre, über 87 % sind unter 60).
Auf der anderen Seite besteht das Hauptproblem der Stadt in den dramatischen Unterschieden der sozialen Situation der Einwohner. An den Hängen der Stadt befinden sich die aus ärmlichen Behausungen bestehenden Gebiete, die als Favelas bekannt sind, während die vornehmeren Wohngebiete im Süden, nahe den Stränden an der Atlantikküste liegen, wie Copacabana, Ipanema und Leblon. In der Rocinha, der größten Favela von Südamerika, am Südrand der Stadt, leben allein 200.000 Einwohner der Stadt unter teilweise katastrophalen Bedingungen, wie Armut oder extrem hoher Kriminalitätsrate. Ein kaum zu lösendes Problem der Favelas ist die quasi staatsfreie Zonenbildung durch bewaffnete Kräfte der Drogenmafia, sie überwachen zum Teil ganze Bairros und terrorisieren deren Einwohner, während die Polizei dort nicht auftritt. Es gibt erste Ansätze, die Elendsquartiere unter teilweiser Beschäftigung der Einwohner zu sanieren.
Die meisten Einwohner Rio de Janeiros sind portugiesischer Abstammung. Afrobrasilianer sowie Menschen mit hellen und dunklen Eltern (welche meist portugiesischer sowie afrikanischer Herkunft sind), stellen ebenfalls eine große Anzahl. Sie werden in Brasilien meist Pardos genannt. Weitere wichtige ethnische Gruppen sind deutsch-, italienisch-, spanisch-, arabisch-, jüdisch- sowie asiatischstämmig (die meisten davon sind koreanischer und japanischer Herkunft). Die demographische Entwicklung seit Mitte des 20. Jahrhunderts führt zu einer teilweise unkontrollierten Expansion Rio de Janeiros. Da die Stadtplanung mit diesen Veränderungen nicht mithalten konnte, entstanden an der Peripherie unzählige irreguläre Siedlungen („Loteamentos irregulares“) und illegale Siedlungen (Favelas). Ein Viertel der Menschen in der Stadt lebt in diesen einfachen Quartieren. Dennoch ist auch dort fast überall eine Basis-Infrastruktur gegeben (fließendes Wasser, Abwasserleitungen, Stromversorgung, Müllabfuhr, Schulen). Auch besitzen die meisten Bewohner Basisprodukte einer Mittelstandsgesellschaft (Kühlschrank, Gasherd, Fernseher, Internetverbindung, Klimaanlage).
Heute erstrecken sich rund um ein hochverdichtetes Stadtzentrum weitläufige zersiedelte Peripherien mit geringer städtischer Infrastruktur. Die informelle Bautätigkeit ist für einen überwiegenden Teil der Einwohner Rio de Janeiros die einzige Möglichkeit, an Wohnraum zu kommen. Die inadäquate Wohnsituation der Bevölkerung und die zahlreichen ökologischen Probleme haben die Regierenden in die Verantwortung gezogen, über eine neue Stadtplanungspolitik nachzudenken. Seit 1993 wird mit dem Favela-Bairro-Urbanisierungsprogramm versucht, diese informellen Siedlungen wieder in die formelle Stadt zu integrieren. Kriminalität in Rio de Janeiro Ein großes Problem für die Stadt ist die hohe Kriminalität. Laut dem brasilianischen Justizministerium lag die Mordrate in Rio de Janeiro im Jahr 2002 bei über 60 Personen pro 100.000 Einwohner, während der Durchschnitt in Brasilien 30/100.000 Einwohner betrug (Deutschland 1/100.000 Einwohner), diese Zahl ist jedoch bis 2006 nach der letzten Erhebung von Anfang 2008 deutlich auf 37,7 zurückgegangen.[11] Am meisten sind die Männer (94 %) und davon die Altersgruppe zwischen 15 und 24 Jahren (44 %) betroffen. 80 Prozent der Tötungsdelikte werden durch Schusswaffen verursacht. Rund 90 Prozent der Schusswaffen befinden sich in Privatbesitz (davon etwa die Hälfte illegal), die restlichen zehn Prozent gehören dem Staat.
Die Polizei hat neben Tötungsdelikten auch mit Entführungen, Raubüberfällen und organisierten Drogen- und Kriminellensyndikaten (wie etwa das Comando Vermelho) zu kämpfen. Schätzungen der brasilianischen Polizei zufolge wird das Comando Vermelho (CV) in Rio von etwa 5.000 teilweise mit Kriegswaffen ausgerüsteten Kriminellen gebildet. Es kontrolliert etwa 40 Prozent des lokalen Marktes für illegale Drogen. Die Aufklärungsrate der Morde in Rio de Janeiro liegt nach Expertenstudien bei einem Prozent Am 28. Dezember 2006 wurde in Rio de Janeiro eine Anschlagsserie gegen Polizeistationen und andere zivile Einrichtungen verübt, der über 18 Personen zum Opfer fielen. Der Anschlagsserie ging eine massive Polizeipräsenz kurz vor den Feiertagen des Jahreswechsels voraus, wobei zehn Favelas durch die Militärpolizei besetzt wurden. In der Favela Vila Cruzeiro und sogar in einem bekannten Einkaufszentrum kam es zu zahlreichen Schießereien. Gesteuert wurden diese Aktionen vermutlich vom Comando Vermelho, wobei inhaftierte Anführer verschärfte Haftregelungen im neuen Jahr befürchteten.
In den vom Drogenhandel kontrollierten Armenvierteln Rio de Janeiros kommt es zunehmend zu Angriffen von sogenannten „Milícias“, welche die Mitglieder der Drogenbanden angreifen und vertreiben. Mehrere Dutzend Favelas sollen bereits von diesen Milizen beherrscht werden. Es wird vermutet, dass die Milizen von Polizeibeamten in Zivil, ehemaligen Sicherheitskräften und Feuerwehrleuten gesteuert oder sogar gebildet werden. Berichten zufolge verlangen sie von den Bewohnern der von ihnen kontrollierten Viertel eine Art Sicherheitsabgabe. Einige Fälle von Übergriffen gegen nicht zahlungsbereite Bewohner sind bekannt geworden. Auch wenn die Milizen teilweise für Ruhe sorgen, sind sie oftmals übereifrig: Wird eine Person von mehreren Bewohnern denunziert, kann es ihr passieren, von den Milizen aus dem Verkehr gezogen zu werden.[ Politik Stadtregierung Seit 1. Januar 2009 regiert Eduardo Paes (PMBD) die Stadt Rio de Janeiro. Er siegte in der Stichwahl am 26. Oktober 2008 gegen Fernando Gabeira (PV) mit 50,8 Prozent der abgegebenen Stimmen.[15] Paes löste César Maia (PFL), der die Kommunalwahl dreimal (1992, 2000 und 2004) gewinnen konnte, in seinem Amt als Bürgermeister ab.
Die Kommunalpolitik hat neben der Bundes- und Landesebene einen zunehmenden Einfluss auf das Leben der Bürger Rio de Janeiros. Die Bürgermeister werden in allgemeinen, direkten Wahlen für vier Jahre im Amt gewählt. Der Wahlkampf auf kommunaler Ebene wird weitgehend von Personen und lokalen Themen beeinflusst.
Die Wahlbeteiligung ist wegen der allgemeinen Wahlpflicht im Land sehr hoch, aber Nichtwähler können ihre Abwesenheit ohne Probleme und unbürokratisch rechtfertigen. Insgesamt gehen meistens nur 15 Prozent der Wahlberechtigten nicht zur Wahl, weitere fünf Prozent geben entweder ungültige oder bewusst weiße Stimmzettel ab. Städtepartnerschaften
Verschiedene Marmor-Arkaden, aber auch Details in Bronze und aus Europa importierte Vitreaus schmücken das stilvolle Gebäude – der Bühnenvorhang wurde von Eliseu Visconti (1866–1944) bemalt und portraitiert insgesamt 75 berühmte Persönlichkeiten aus dem künstlerischen Bereich, wie beispielsweise Carlos Gomes, Rembrandt van Rijn und Richard Wagner. Im Untergeschoss befindet sich das mit Mosaiken ausgestattete Café do Teatro im Assírio-Saal. Museen [Bearbeiten] Museu Nacional
Die Stadt beherbergt verschiedene Museen (zum Beispiel das „Museu Paço Imperial“ und das „Museu do Indio“). Das „Museu Chácara do Céu“ zeigt Werke Pablo Picassos und anderer moderner Meister wie Henri Matisse, Amedeo Modigliani und Claude Monet. Das „Museu Histórico Nacional“ ist eines der wenigen noch erhaltenen Bauwerke des 16. Jahrhunderts. Es widmet sich der brasilianischen Geschichte und zeigt Möbel und andere Gegenstände aus der Kolonialzeit Brasiliens.
Im Stadtviertel Catete südlich vom Stadtzentrum befindet sich nahe der U-Bahnstation „Catete“ das „Museu da República“. Nicht zu vergessen ist noch das „Museu Nacional do Brasil“ im nördlichen Teil der Stadt. Das 1938 eröffnete „Museu Nacional de Belas Artes“ (Nationalmuseum der Schönen Künste) im Zentrum der Stadt beherbergt eine bedeutende Sammlung brasilianischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie italienischer und französischer Meister des 17. bis 19. Jahrhunderts.
Sehenswert ist auch das „Museu de Arte Moderna“, kurz MAM, das der bekannte brasilianische Architekt Affonso Eduardo Reidy geplant hat. Das MAM besitzt Ausstellungsstücke moderner brasilianischer Kunst und zur Geschichte des Kinos. Nach der Brandkatastrophe im Jahre 1978 konnte die Sammlung durch verschiedene Schenkungen und Ankäufe wieder aufgebaut werden. Seit 1993 befindet sich im Museum auch die Sammlung des Kunstförderers Gilberto Chateaubriand.
Im Museum der Kunstschule „Dom João VI.“ befinden sich Werke und Dokumente der brasilianischen Kunstproduktion des 19. und 20. Jahrhunderts, vor allem aus Rio de Janeiro, aber auch europäische Kunst. Das „Museu Castro Maya“ beherbergt Sammlungen von Raymundo Ottoni de Castro Maya (1894–1968) in zwei Einrichtungen: im „Museu do Açude“ (dekorative Künste) und im „Chácara do Céu“, Museum für brasilianische Kunst und Ikonografie. In der ersten brasilianischen Liga spielen Vasco da Gama (mit einer Anhängerschaft mehr aus der portugiesischstämmigen Bevölkerung), Botafogo (aus dem gleichnamigen Stadtteil, mit sehr gemischter Anhängerschaft), Flamengo (der beliebteste Verein Brasiliens mit der größten Anhängerschaft überwiegend aus den armen Stadtvierteln und Favelas von Rio de Janeiro) und Fluminense (Anhängerschaft kommt aus der Mittelschicht und der reichen, weißen Bevölkerung Rio de Janeiros).
Rio de Janeiro war vom 13. bis 29. Juli 2007 Austragungsort der XV. Panamerikanischen Spiele. Das Zentrum der Spiele war der Stadtteil Barra da Tijuca. An den zweiwöchigen Wettkämpfen nahmen 5662 Athleten aus 42 Ländern teil. Es wurden Medaillen in 332 Disziplinen und 35 Sportarten vergeben. Panamerikanische Spiele werden traditionell alle vier Jahre in Nord- oder Lateinamerika ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in den olympischen Sportarten ausgetragen.
Am 2. Oktober 2009 beschloss das IOC, dass Rio die Olympischen Spiele 2016 austragen wird. Regelmäßige Veranstaltungen Karneval in Rio de Janeiro
Karneval in Rio
Zahlreiche Menschen nehmen an dem jährlich stattfindenden farbenprächtigen Karneval in Rio teil, der am Vorabend der Fastenzeit stattfindet. Der Karneval beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch und ist eine der Hauptattraktionen der Stadt. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Paraden der Welt.
Die meisten der prächtig kostümierten „Könige“, „Königinnen“, „Prinzessinnen“ und „Baianas“ haben das ganze Jahr über hart gearbeitet, um sich die Kostüme leisten zu können, die sie hier für nur wenige Stunden tragen. Organisiert wird der Karneval von so genannten Samba-Schulen – den „Escolas de Samba“.
Auf den Tribünen haben 60.000 Zuschauer Platz. Die Paraden beginnen jeden Abend in der 700 Meter langen Arena des Sambódromo und dauern pro Festtag etwa zwölf Stunden. Das bedeutet, dass die letzten zwei Paraden bereits am folgenden Morgen durchgeführt werden.
Weitere Veranstaltungen
Jährlich am 20. Januar finden die Feiern zu Ehren Sankt Sebastians statt. Dabei wird die Statue des Schutzheiligen Rio de Janeiros in einer Prozession durch die Stadt getragen. Die Prozession beginnt in der Sankt-Sebastian-Kirche in Barra da Tijuca und führt zur Catedral Metropolitana, wo ein feierlicher Gottesdienst stattfindet.
Im Juni werden das Lagerfeuerfest (mit Spielen, Tänzen, Lagerfeuern und Feuerwerken), die Schwulen- und Lesbenparade „Rio de Janeiro Pride“ und der „Rio de Janeiro Marathon“ veranstaltet. Im Juli findet das „Anima Mundi Animationsfestival“, das größte lateinamerikanische Animationsfestival, an verschiedenen Orten Rio de Janeiros statt.
Im September wird im Centro de Convenções die „Internationale Bücher Biennale“ veranstaltet. Im Oktober finden das „Festival do Rio BR“ (eines der bedeutendsten audiovisuellen Medienfestivals in Lateinamerika) und das „Festival do Rio“ (eines der größten internationalen Filmfestivals) statt.
Am 31. Dezember wird das religiöses Fest der Meeresgöttin „Iemanjá“ an den Stränden von Copacabana, Ipanema und Leblon gefeiert. Dabei werden Blumen ins Wasser geworfen und dem Meer auf kleinen, handgemachten Booten Opfer in Form von Kämmen, Spiegeln, Seifen und Parfüm dargebracht. Ebenfalls an Silvester wird „Revellion“ (mit Openair-Konzert, Partys und Feuerwerk) am Strand von Copacabana veranstaltet. Gastronomie Copacabana Palace Hotel
Rio de Janeiros Küche spiegelt die Einflüsse der Völker wider, die diese Stadt geprägt haben. Am Anfang waren das die Afrikaner, Indianer und Portugiesen, später auch Franzosen, Italiener und zahlreiche andere. Aus den anderen Regionen Brasiliens kommen die exotischen Fische Amazoniens, die scharfen Speisen des Nordostens und die rustikalen aus Minas Gerais, das „Churrasco“ (Spießbraten vom Holzkohlengrill) aus dem Süden des Landes und zahlreiche andere. Ursprünglich aus Rio de Janeiro stammend ist nur die am Mittwoch und Sonnabend servierte „Feijoada“ (ein Bohnengericht mit Fleisch und Beilagen).
Das Nachtleben ist sehr vielfältig und hat mit zahlreichen Cafés, Scotch-Bars, Discotheken, Pubs und Bierhallen eine große Auswahl an Alternativen anzubieten. Das ganze Jahr über gibt es gute Kulturprogramme. Die Einwohner Rio de Janeiros sind sehr große Rindfleischliebhaber. Es gibt drei Grundarten der Bedienung: Tellergerichte, Selbstbedienungs-Buffet, das per Kilo abgerechnet wird oder das Rodízio, bei dem der Gast kontinuierlich die Speise (Pizza, Sushi, Rindfleischsorten, Hähnchen und Würstchen) serviert bekommt. Dazu gibt es auch die „Chopes“ (eiskaltes Bier vom Fass) und Aipim-Klößchen (Aipim ist eine Form des Maniok, die wie Kartoffeln zubereitet wird und auch ähnlich wie diese schmeckt). Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten] Wirtschaft [Bearbeiten] Straße „Presidente Antonio Carlos“ Straße „Presidente Antonio Carlos“
Seit der Gründung der Stadt als Festung und portugiesischer Handelsposten breitete sich Rio de Janeiro aus und füllte allmählich das gesamte Gebiet zwischen der Küste und den Bergen des Hinterlandes aus. Bis ins 20. Jahrhundert gab es aus Angst des nach Brasilien und Rio de Janeiro umgezogenen portugiesischen Königshauses vor Arbeiterunruhen keine nennenswerte Industrieansiedlung in der Stadt. Das erklärt die ins Hintertreffen geratene Wirtschaftsentwicklung Rio de Janeiros hinter der wirtschaftsstärksten Stadt Brasiliens, São Paulo. Der heutige wirtschaftliche Kern der Stadt konzentriert sich um die die Avenida Presidente Vargas und die Avenida Rio Branco. Dazu gehören einige hohe Bürogebäude. Im Norden stehen ausgedehnte Industriebezirke und Wohngebiete.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Gemeinde Rio de Janeiro lag 2005 bei 118,980 Milliarden Real. Das BIP pro Kopf betrug 19.524 Real (umgerechnet ca. 6489 Euro) (Brasilien: 11.658 Real und Bundesstaat Rio de Janeiro: 16.052 Real). Der Anteil der Gemeinde am BIP Brasiliens (2,147 Billionen Real) lag bei 5,5 Prozent, der Anteil am BIP des Bundesstaates Rio de Janeiro (246,936 Milliarden Real) bei 48,2 Prozent Da Rio de Janeiro das beliebteste Reiseziel für Touristen im Land ist, sind auch die bedeutendsten Wirtschaftszweige der Stadt mit dem Fremdenverkehr, dem Dienstleistungs- und dem Finanzsektor verbunden. In Südamerika steht die Stadt in wirtschaftlicher Hinsicht hinter São Paulo an zweiter Stelle. Rio de Janeiro ist auch einer der Hauptstandorte der herstellenden Industrie in Brasilien, überwiegend Bekleidung, chemische und pharmazeutische Produkte, Möbel, Metallwaren, Nahrungsmittel, Schiffe und Textilien werden hier hergestellt.
Das Bankwesen ist dominierend, und die zweitgrößte Börse des Landes, die „Bolsa da Valores do Rio de Janeiro“, hat ihren Sitz in der Stadt, seit dem Umzug des Aktienhandels nach São Paulo 2000 werden allerdings nur noch öffentliche Titel gehandelt. In den letzten Jahrzehnten haben zudem alle überregionalen Banken ihre Zentralen nach São Paulo verlegt, so dass der finanzielle Einfluss Rio de Janeiros auf Brasilien stetig abnimmt.
Eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft Rio de Janeiros spielt die Landwirtschaft in der Umgebung der Stadt. Hauptexportgüter sind vor allem Kaffee und Sojabohnen. Probleme bereiten die Inflation und die hohe Arbeitslosigkeit, auch die Unterschiede zwischen der armen und reichen Bevölkerung sind gravierend, was mit ein Grund dafür ist, dass sich die Kriminalität zu einem inoffiziellen Wirtschaftssektor entwickelt hat. Insbesondere Touristen sind häufig Opfer von Kleindiebstahl.
Seit die neue Landeswährung, der Real, im Jahre 1994 eingeführt wurde, hat sich die Wirtschaft Rio de Janeiros stabilisiert. Noch 1990 sank das Wirtschaftswachstum und die Inflation war extrem hoch. Die Stadt war hoch verschuldet und die Politik richtungslos. Seit 1996 dürfen Ausländer an den Börsen im Land investieren. Um zahlreichere Investitionen aus dem Ausland anzuziehen, hat die brasilianische Regierung außerdem die Handelsbeschränkungen abgeschafft, Industriebereiche privatisiert und die Tarife gesenkt. Diese Maßnahmen haben den Marktzugang für ausländische Unternehmen nach Rio de Janeiro erleichtert, die dadurch ihre Gewinnspanne erhöhen konnten.
Mehrere der größten Unternehmen des Landes, darunter Embratel und Petrobras, haben ihren Hauptsitz in der Stadt. Zu den bedeutendsten, teilweise internationalen, Konzernen mit Niederlassungen in Rio de Janeiro gehören unter anderem ExxonMobil, Petróleo Ipiranga, Shell und Texaco. Die im Vergleich zu anderen Städten hohe Konzentration an Konsulaten hat zahlreiche Firmen dazu veranlasst, ihren südamerikanischen Hauptsitz nach Rio de Janeiro zu verlegen. Die bedeutendsten Investoren sind US-amerikanische Konzerne, aber auch deutsche und japanische. Der größte Teil der Handelsorte und Unternehmen sind in der Innenstadt und in Barra da Tijuca ansässig. Verkehr Fernverkehr Flughafen Rio de Janeiro-Antônio Carlos Jobim
Rio de Janeiro ist eine bedeutende Hafenstadt an den Schifffahrtsrouten, die die Küstenstädte im Nordosten des Landes mit den wirtschaftlich stärker entwickelten Gebieten im Südosten Brasiliens verbinden. Mit den anderen Teilen des Landes ist die Stadt durch ein ausgedehntes Netz an Eisenbahn- und Fluglinien verbunden.
Die Region Rio de Janeiro besitzt insgesamt fünf Flughäfen. Drei werden für den zivilen Luftverkehr genutzt und zwei für den militärischen Flugbetrieb.
Der Flughafen Rio de Janeiro-Antônio Carlos Jobim ist ein wichtiger internationaler Verkehrsflughafen Brasiliens und der Hauptflughafen von Rio de Janeiro. Der Name stammt vom brasilianischen Musiker Antônio Carlos Jobim. Im Februar 2000 wurde hier eine neue Abfertigungshalle mit einer Kapazität von bis zu acht Millionen Passagieren pro Jahr fertiggestellt. In den 1970er-Jahren war der Flughafen „Antônio Carlos Jobim“ ein Flugziel der Concorde.
Neben dem Internationalen Flughafen gibt es noch den lokalen Flughafen Rio de Janeiro-Santos Dumont für den Inlandsverkehr. Vom „Aeroclube do Brasil“ wird der „Aeroporto de Jacarepaguá“ im Stadtteil Tijuca betrieben. Die beiden Militärflugplätze sind die „Base Aérea de Santa Cruz“ und der „Campo dos Afonsos“.
Neugebaute Straßentunnel und die Rio-Niterói-Brücke, die sich 14 Kilometer über die Guanabara-Bucht nach Niterói erstreckt, haben den Pendlerverkehr, der regelmäßig zu Staus führte, etwas entlastet. Nahverkehr
Die Metrô Rio de Janeiro wurde am 15. März 1979 eingeweiht und befährt heute zwei Linien mit einer Länge von 36,9 Kilometern und 32 Bahnhöfen. Beide Linien stehen beim Bahnhof Estacio miteinander in Verbindung. Weitere vier Linien sind in Planung. Darunter eine privat finanzierte Strecke vom Bahnhof Carioca an der Linie 1 durch einen Unterwassertunnel unter der Guanabarabucht nach Niteroi und São Gonçalo. Betreibergesellschaft der U-Bahn ist Opportrans–Concessão Metroviária S.A.[18]
U-Bahnnetz mit tarifintegrierten Buslinien Gleisplan der Bonde und der Corcovado-Bahn
Am 8. Oktober 1892 eröffnete der Vizepräsident Brasiliens, Floriano Peixoto, zwischen Largo da Carioca und Largo do Machado in Rio de Janeiro die erste elektrische Straßenbahn des Landes. Durch den zunehmenden Autoverkehr wurde das früher umfangreiche Netz fast vollständig stillgelegt. Die Straßenbahn befährt heute nur noch einen acht Kilometer langen Streckenabschnitt nach Silvestre (Anschluss an die Corcovado Bergbahn) und Paula Mattos, beide Stationen im Stadtteil Santa Teresa gelegen. Die Lage der Straßenbahn außerhalb des Stadtzentrums und die spektakuläre Strecke von der stadtseitigen Endstation über ein früheres Aquädukt bewahrte sie vor der Stilllegung. Neben der Straßenbahn in Braunschweig ist diese Bahn die letzte auf der Welt, die mit der Spurweite 1100 Millimeter betrieben wird.
Auf den 704 Meter hohen Corcovado führt eine Bergbahn. Die meterspurige Zahnradbahn wurde 1884 eröffnet. Den Gipfel konnte man allerdings erst ab dem 1. Juli 1885 erreichen. Der Auftrag für die Bahn wurde bereits am 7. Januar 1882 durch Kaiser Dom Pedro II. erteilt. Die beiden Ingenieure Teixeira Soãres und Francesco Passos erhielten eine Konzession für den Bau der Bahn. Im Jahre 1910 wurde die eingleisige Strecke durch die Sulzer AG aus der Schweiz elektrifiziert. Sie war damit die erste elektrisch betriebene Bahn in Brasilien.
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